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Gastoyo (Gast)  
20.09.08
Kürzlich wechselte ich meinen Toyota D-CAT Kombi (mit Xenon) gegen ein (kleineres) deutsches Fahrzeug.

Was mir am D-CAT gefiel:
- Das Fahrzeug ist komfortabel abgestimmt und gefedert, aber siehe unten ...
- Der leise und wohl "saubere" Dieselmotor und der geräuschgedämmte Innenraum. Ein ruhiges und angenehmes Fahren ist möglich.
- Als D-CAT Executive mit sinnvollen und bequemen Extras (u.a. Sitzheizung, Xenon) ausgestattet.
- Das angemessene Platzangebot für vier Erwachsene.
- Die Sicherheitsausstattung mit neun Airbags und die guten NCAP-Werte (hab ich zum Glück nie gebraucht).
- Ich bin nicht komplett liegengeblieben, es gab keinen Totalausfall.

Was mir am D-CAT nicht gefiel:
- Die Verarbeitung ist zunächst gut, aber nicht dauerhaft: der Deckel der Mittelarmlehne sieht recht benützt aus, die Kunststoffe des Armaturenbrett sind kratzempfindlich, die Türen schließen nicht mehr so satt.
- Die Ergonomie ist für manche Schalter nicht ganz schlüssig. Der Kofferraum ist etwas flach gehalten.
- Die Lenkung ist etwas indirekt.
- Das Fahrwerk ist komfortabel, aber etwas schwammig, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. BMW und Ford machen es besser.
- Die Bremsen sind nicht so schlecht wie oft beschrieben, aber man muß das teigige Pedal im Notfall bis fast unter das Bodenblech drücken und der Wagen wankt dann etwas.
- Das Xenonlicht ist hell, hat aber eine harte Grenze zur Dunkelheit. Die Ausleuchtung nach vorn ist also nicht optimal. Saab macht es wohl besser (siehe Xenonscheinwerfervergleichstest).
- Als Vielfahrer sind die Avensis-Sitze, ohne Lendenwirbelverstellung, zu kurz und unbequem. Jedenfalls kenne ich bessere Seriensitze (z.B. VW-Sitze).
- Als Vielfahrer störten mich zudem der schlechte Radioempfang im Vergleich zu anderen von mir gefahrenen Fahrzeugen. Zudem hätte ich mir eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung des Radios gewünscht. Da muß man nicht ständig nachstellen.
- Die Startprobleme tauchten auch bei mir zweimal auf, trotz Update-Aufspielung. Zudem brummte der Wagen bei bestimmten Drehzahlen (der Luftfilterkasten war es, aber man suchte erst).
- Sägezahnbildung am Dunlopreifen (Händler wollte nicht wechseln), mit Bridgestone Turanza keine Probleme.
- Meine Verbrauchswerte lagen im Durchschnitt bei ca. 7,1 Ltr./100km (Range 5,4 bis 9,5 tr./100km) und damit verbrauchte der D-CAT über alle gefahrenen Langstrecken-Kilometer fast einen Liter mehr als im Drittelmix angegeben. Meine Werkstatt sagte übrigens, daß dies nicht so viel sei und andere noch deutlich mehr brauchen. BMW macht es besser, siehe Langzeittest dort.
- Der Motor hat eine deutliche Anfahrschwäche. Insbesondere ist der D-CAT in 2500m Höhe am Berg schlecht in Bewegung zu bringen. Das erlebte ich als sehr enttäuschend, aber vielleicht hat Toyota den Wagen nicht in den Alpen getestet .... Das Drehmoment von 400 NM liegt eben nur bei 2.000 bis 3.000 U/Min an, trotz VTG-Lader und 2,2 Liter Hubraum ist der Motor unter 1800 schlapp.
- Die Reparatur beim Langzeittestteilnehmer Corolla Verso mit D-CAT Motor am Zylinderkopfkasten (mit über 100 AW) läßt Schlimmes ahnen für die Zeit, nach Ablauf der 100.000km Garantie...


Probleme während etwa 65000 km Fahrleistung:
- Startschwierigkeiten bei ca. 26.000km und nochmal bei ca. 56.000km, jeweils durch Werkstatt behoben, aber ärgerlich. Ebenso das Brummen vom Luftfilterkasten, was vom RAV bekannt ist, mußte erst gefunden und behoben werden.
- Die Wartungsintervalle sind für Vielfahrer mit 15.000 km recht kurz (und teuer).
- Meine Werkstatt benötigte manchmal mehrere Anläufe, Dinge in den Griff zu kriegen. Die Werkstatt zeigte sich auch nicht sehr kulant, sie berechnete beim Service jedesmal zusätzlich einen Bremsentest.
- Die Handbremse mußte mehrfach innerhalb eines Jahres (!!) auf meine Kosten nachgestellt werden, obwohl ich das Auto meist nur auf dem Gang stehen lasse bzw. die Handbremse wenig benutze. Auf meine Anfrage beim Niederlassungsleiter: "wir bauen die Autos ja nicht..." und zu ein Vergleich mit einem Kollegen, der zu einem 80km entfernten Händler hingeht, und zu den Servicekosten nichts zuzahlen muß, meinte mein Niederlassungs-leiter, dem vier Werkstätten in der Region gehören "an Stammtischgesprächen beteilige er sich nicht..."


Fazit: Mein Toyota Avensis D-CAT war ein aufgrund des hohen Wertverfalls ein sehr teurer Wagen. Wenn Toyota aktuell schon 7000 Euro zuzahlt, um den noch aktuellen Avensis verkaufen zu können, so heißt das für alle potentiellen Käufer ein extrem schlechter Wiederverkaufswert in der Zukunft.
Zudem gibt es die Werkstattaufenthalte. Wenn man sich mit der Werkstatt nicht (mehr) gut versteht, dann wechselt man vielleicht besser die Marke.
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Gastoyo20.09.08



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