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An all die Alfaspinner (3374 Klicks)

Jürgen Schulz (Gast)  
21.10.04
---- Zitat ein ---

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Jeden Morgen verlieb ich mich aufs Neue in meine Schönheit. Genieße wie sich die eleganten Linien der Limousine von der Profamität der VW Polos, 5er und anderen Wagen in meiner Straße abhebt. Ein unglaubliches Spiel aus Leidenschaft und Eleganz, Kraft und Stil, ein Paradox das in seiner Art den Sinnen schmeichelt und jedes Wesen mit einem Sinn für Ästhetik zu einem bewundernden Lächeln verleitet.

Ich näher mich meiner Schönheit, auf Knopfdruck am flammroten Schlüssel gehen die Lichter an und aus der Nacht schälen sich die Konturen der atemberaubend schönen biegen Ledersportsitze die wider meiner Erwartung von einem italienischen Auto nicht nur hübsch sind sondern auch unglaublich bequem den Rücken verwöhnen.

Bevor ich einsteige fahren meine Hände noch einmal über die eleganten, gespannten Linien der bullligen Flanke, ein kurzer Blick auf den extravaganten Kühlergrill in seiner Mulde weckt Erinnerungen an eine Hommage an Raubtiere. Zufriedenheit macht sich breit die nach dem Einstieg in ein angenehmes Kribbeln übergeht. Langsam gleitet der Schlüssel in das Zündschloss. Zündschloss, da ist schon das Wort Zünden vorhanden, das Gedanken an Feuer und Explosion vermittelt, treffender könnte das Wort kaum mehr sein. Nach einem kurzen Dreh erwachen die Geister im Herzen der Italienerin zum Leben. Zufrieden brüllend beginnen sechs italienische Opernsänger sich einzustimmen, ein tiefes Gurgeln ertönt, das den Autophilen in den siebten Himmel katapultiert. Die sechs Töpfe sind unruhig, Laufruhe wie bei einem deutschen Triebwerk kennen die fast 200 caballos nicht, es sind Rennpferde, sie wollen auslaufen.

Mit einem verträumten Lächeln auf dem Gesicht lasse ich den Schalthebel in den ersten Gang der Sechs anwesenden gleiten... Langsam unter einem feinen Grozzeln rollt der Wagen handzahm an.

Etwas später, einsame Landstraße.

Die Temperaturanzeige steht auf 70°C, das bedeutet Jagdtemperatur. 35 km/h liegen an, der zweite Gang ist eingelegt, ein Polofahrer mit einem schrecklich stillosen Spoilerungetüm versucht auf der linken Spur an mir vorbeizuziehen. Der Moment ist gekommen, ich drücke das Pedal voll durch.

Was nun passiert ist nur einem Alfisti klar... Der Motor explodiert beinahe, fast schon hellseherisch hängt die nun aggressiv fauchende Maschine am Gas und dreht derartig blitzschnell und lustvoll brüllend hoch das einem kaum genügend Zeit bleibt um vor dem Schalten Atem zu holen.

Langsam verblasst der Polo hinter mir in der Nacht und wird sich wohl fragen was für ein Biest er da vor sich hatte, was da mit den zusammengekniffenen Heckscheinwerfern davonbrauste als ob der Teufel im Nacken hängte. Doch ich genieße schon die ersten Kurven einer Landstraße, das relativ harte Alfafahrwerk könnte zwar in der Stadt etwas kommoder sein, aber ein echter Süchtiger nimmt das augenzwinkernd in Kauf, die engen Landstraßen sind Droge, Sucht und Unvernunft in Einem, denn der Wagen fliegt fast schon unglaublich durch sie hindurch, liegt wie mit Stahlnieten in den Asphalt gerammt.

Etwas später, Tankstelle.

Neben mir steht ein E 220 CDI an der Säule. Magere 6,7 Liter hat er gebraucht sagt der Besitzer mit wichtigtuerischem Grinsen. Rußpartikelfilter hat er und ein Komfortfahrwerk mit Luftfederung. Er erntet einen bemitleidenen Blick von mir während 11 Liter für die letzten 100 km in den tiefen Bunker meiner Bella rinnen.

Passionen und Gedanken eines 156er Alfisti.

--- Zitat aus ---

Ist zwar von nem 156er, aber dennoch lesenswert.

Gefunden bei Motor-Talk und kopiert mit freundlicher Genehmigung von 'Sir Firekahn'.

ThemaAutorDatum/Zeit

An all die Alfaspinner (3374 Klicks)

Jürgen Schulz21.10.04

Re: An all die Alfaspinner (1638 Klicks)

heima22.10.04



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